Für Kanalbauer gibt es viel zu tun!

Die Grundlagen für unser Kanalsystem wurden erst im 19. Jahrhundert gelegt, davor gab es weder Wasserleitungen noch Abwassersysteme. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass man den Inhalt seines Nachttopfes und jegliche Art von Abwässern einfach aus dem Fenster schüttete. In ländlichen Gebieten ist der Ausbau der Kanalisation noch längst nicht abgeschlossen, und in den Städten ist das Kanalnetz vielfach sanierungsbedürftig. Für Kanalbauer gibt es also noch viel zu tun.

Kanalbauer sind gleichermaßen Rohrleger als auch Tiefbauer. Sie stellen Kanalbaugruben her und sichern diese, mauern Kanalschächte, verlegen Rohre aus Beton, Ton, Kunststoff, Metall und Faserzement und montieren Fertigteile. Dabei richten sie sich nach vorgegebenen Plänen für die Straßen- und Grundstücksentwässerung. Auch der Bau von Entwässerungsanlagen und Schachtbauwerken, das Verrohren von Wassergräben sowie die Gestaltung von Bachläufen gehört zu ihren Aufgaben.

Kanalbauer/innen sind vorwiegend bei Tiefbauunternehmen beschäftigt. Auch in der Abwasserwirtschaft sind ihre Kenntnisse gefragt, so zum Beispiel bei der Reinigung und Wartung von Abwasserkanälen. Des Weiteren arbeiten sie für Ingenieurbüros und kommunale Bauämter. Beim Bau von Abwassersystemen vom Hausanschluss bis hin zu großen Abwassersammlern vermessen sie den Arbeitsbereich und sichern die Baustelle. Sie heben Gräben und Schächte aus und legen diese trocken, mit Kanaldielen oder Spundwandprofilen sichern sie den Aushub ab. Bei der Verlegung der Rohre überprüfen sie deren Dichtigkeit, damit Abwässer nicht ins Grundwasser sickern kann, darüber hinaus gehört auch die Instandhaltung und Sanierung von Rohren und Abwassereinrichtungen zu ihrem Aufgabengebiet.

 

Wie bei anderen nach dem Berufsbildungsgesetz geregelten Ausbildungsberufen ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben, um sich zum Kanalbauer ausbilden zu lassen. Überwiegend werden angehende Kanalbauer mit Hauptschulabschluss von den Betrieben eingestellt. Die Dauer der Ausbildung im dualen Ausbildungssystem beträgt drei Jahre. Im ersten Ausbildungsjahr erfolgt dabei die Vermittlung einer allgemeinen, baufachlichen Grundbildung zusammen mit Schülern aus anderen Bau-Ausbildungsberufen. Im zweiten und dritten Jahr erfolgt die berufsspezifische Ausbildung.

Nach dem zweiten Ausbildungsjahr ist eine theoretische und praktische Zwischenprüfung zu absolvieren, die zum Tiefbauarbeiter, Schwerpunkt Kanalbauarbeiten qualifiziert. Nach dem dritten Ausbildungsjahr erhält man nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung den Gesellenbrief. Während der Ausbildung erhält man eine Vergütung in Höhe von etwa 500 bis 1.100 €. Durch Fort- und Weiterbildungen lassen sich zahlreiche Aufsstiegschancen erlangen, so unter anderem der zweijährige Besuch einer Fachschule mit dem Abschluss: Staatlich geprüfter Bautechniker.

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  • Thomas Fieber

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